Sie sind hier: Home > Forschung > Pflanzenschutz > Drahtwurmbekämpfung

Projekt finanziert von

Ansprechpartner

Bernhard Kromp, Nina Brunner, Patrick Hann, Claus Trska

Biologische Drahtwurmbekämpfung

Neue Wege in der Regulation von Drahtwürmern unter besonderer Berücksichtigung des biologischen Landbaus

Projektstatus: abgeschlossen

Projektlaufzeit: 2006 - 2009

Ausgangslage: Drahtwürmer, die Larven der Schnellkäfer, verursachen empfindliche Schäden im biologischen wie auch im konventionellen Kartoffelanbau, in auflaufenden Maisfeldern und verschiedenen Feldgemüsearten. Den Drahtwürmern ist sehr schwer beizukommen, weil sie eine mehrjährige Entwicklungszeit im Boden verbringen und nur zu bestimmten Zeiten auftauchen und Schäden verursachen. Wenig gesichertes Wissen steht daher immer noch vielen unbewiesenen Vermutungen gegenüber.

Forschungsfrage:

Welche Wege zur Regulation von Drahtwürmern gibt es unter besonderer Berücksichtigung des Biologischen Landbaus? Wie sieht ein Risikovorhersagesystem aus?

Projekt finanziert durch

Bund-Bundesländerkooperation vom BMLFUW und den Ländern B, NÖ, OÖ, Stmk, Sbg, T, Vbg und W

Projektpartner:

Institut für Pflanzenschutz der Universität für Bodenkultur Wien, Department für angewandte Pflanzenwissenschaften und Pflanzenbiotechnologie (J. Glauninger, M. Landl)

Institut für Ökologie der Universität Innsbruck, Arbeitsgruppe Agrarökologie, Forschungsschwerpunkt Berglandwirtschaft (N. Schallhart, K. Staudacher, M. Traugott).

Department für Naturschutzbiologie, Vegetations- und Landschaftsökologie, Universität Wien (A. Hermann, K. Zmelik)

Umsetzung:

In den Jahren 2007 bis 2009 wurden Ursachen und Lösungsmöglichkeiten des Drahtwurmproblems untersucht - für den biologischen wie auch den konventionellen Landbau. Eine österreichweite Fragebogenaktion ergab gehäuftes Auftreten von Drahtwurmschäden im nördlichen Wald- und mittleren Weinviertel.

Aus den 164 von Bio-Betrieben beantworteten Fragebögen wurden 63 Felder ausgewählt, um die Ursachen des Drahtwurmbefalls sowie die Vorhersage des Schadrisikos zu untersuchen.  Auf diesen Feldern wurden Drahtwürmer mit Getreide-Köderfallen gefangen und die Schäden in Kartoffeln und Mais erhoben. Weiters wurden die Bewirtschaftungsmaßnahmen der letzten 5 Jahre von den LandwirtInnen erfragt sowie die Boden-, Landschafts-, und Klimadaten aus Datenbanken erfasst.

Die Ursachen von Drahtwurmschäden scheinen mit dem Regionalklima, der Fruchtfolge sowie der Landschaftsstruktur zusammen zu hängen. Für die Vorhersage des Schadrisikos mittels Köderfallen ist die Kenntnis der Arten ausschlaggebend. Eine schnelle und sichere molekulare Art-Bestimmungsmethode für Drahtwürmer wurde im Projekt entwickelt. Eine Möglichkeit der indirekten Bekämpfung stellt der Anbau von Lockstreifen in Mais und Kartoffeln dar. Um die Drahtwürmer im Ackerbau zukünftig erfolgreich zu regulieren, sind weiterführende Versuche in enger Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis im Bio-Landbau notwendig.