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Bernhard Kromp
Schädlinge und Klimawandel
Ausgangslage: In den letzten Jahren kam es im biologischen Ackerbau Ost-Österreichs zu auffälligen Veränderungen im Auftreten und in der Häufigkeit von Schädlingen: altbekannte, regelmäßig auftretende Schädlinge nahmen an Häufigkeit und Schadwirkung zu (zB. Erbsen-Blattrandkäfer, Getreidehähnchen, Erbsenblattlaus). Altbekannte, aber in den letzten Jahrzehnten unauffällig gebliebene Schädlinge verursachten plötzlich regional bzw. lokal schwere Schäden (z.B. Getreidewanze 2003, Getreideblattläuse als Überträger des Gelbverzwergungsvirus 2001/2002, Rübenderbrüssler seit 2003), während neue Schädlinge (z.B. Baumwollkapselwurm) in Österreich erstmalig als Schädlinge im biologischen Anbau in Erscheinung traten. Auch im österreichischen Wirtschaftsgrünland wurden bedeutende Schäden durch die bodenlebenden Engerlinge der Feld-Maikäfer und Gartenlaubkäfer beklagt.
Forschungsfrage:
Sind Veränderungen im Schadinsektenauftreten in Ost-Österreich klimabedingt? Kann unter Einbeziehung von Standorts- und Bewirtschaftungsdaten ein Monitoringsystem zur Risiko-Vorhersage aufgebaut werden?
Finanzierung:
Forschungsprojekt-Reihe StartClim
StartClim wird von einem offenen Geldgeberkonsortium finanziert, in dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend, Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Österreichische Bundesforste, Österreichische Nationalbank, Österreichische Hagelversicherung, Umweltbundesamt und Verbund AHP vertreten sind.
Untersuchung: In Österreich gibt es bis jetzt keine systematische Erfassung des räumlichen und zeitlichen Auftretens und der Häufigkeit bzw. Schadwirkung von Schädlingen in Zusammenhang mit dem Klimawandel. In ähnlicher Weise liegen kaum Daten über dokumentierte Schadinsektenausbrüche in Zusammenhang mit Witterungsverläufen vor. Im Rahmen unserer Untersuchungen wurden daher die Veränderungen in Österreich seit dem Jahr 2000 durch Studium der Literatur, Befragungen von LandwirtInnen, BeraterInnen und Pflanzenschutzreferenten der Landwirtschaftskammern, sowie Fragebögen zu den Engerlingsschäden an die Bezirksbauernkammern erhoben. Diese Ergebnisse wurden mit Klimadaten und -karten in Verbindung gebracht.
