Naturschutz durch Ökologisierung im Weinbau

Projektpartner

Leadpartner von ECOWIN AT-HU ist die Bio Forschung Austria in Wien (www.bioforschung.at).

Die Bio Forschung Austria bringt ihre fachliche Expertise zu den verschiedenen Projektzielen und –inhalten ein. Langjährige Erfahrungen in praxisnaher Forschung zu Begrünungen, organischer Düngung, Bodenpflege, Wurzelökologie, Bodenfauna, Nützlingsförderung, natürlicher Schädlingsregulation und Naturschutz fließen in das Projekt ein. Die Forschungsergebnisse werden in der Ausbildung (zB. Zertifikatslehrgang Biologischer Weinbau des LFI NÖ) direkt umgesetzt. LP hat langjährige Erfahrung mit der weinbaulichen Praxis, mit Ausbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie gute Kontakte zur weinbaulichen Praxis, zu Naturschutzorganisationen, Regionalvertretern und anderen Stakeholdern.

Projektpartner 1 ist die  Westungarische Universität, Fakultät für Landwirtschafts- und Lebensmittelwissenschaften, Institut für Beratung und Ausbildung.in Mosonmagyaróvár, Ungarn (www.uniwest.hu/index.php/2373/).

Die Haupttätigkeitsbereiche des Institutes sind landwirtschaftliche und ländliche Beratung, Bildung/Weiterbildung, Forschung und ländliche Entwicklung. Es hat in zahlreichen zum Thema dieses Projektes zusammenhängenden anderen Projekten als Koordinator, bzw. Partner teilgenommen (zB: Environment Friendly Growing Technology for Viticulture in the Wineregion of Sopron PHARE CBC; Österreichisch-Ungarisches Weinbauseminar, 2005; West-Transdanubisches Regionales Beratungzentrum; Seminare für Weinbauern;ALICERA (Action Learning for Identity and Competence in European Rural Areas) INTERREG IIIC (2005-2007).

Projektpartner 2 ist das  Bundesamt für Weinbau in Eisenstadt (www.bawb.at).

Das Bundesamt für Weinbau verfügt über Kompetenzen in den Bereichen Weinanalyse und Weinbau. Bezüglich Weinanalyse sind besonders hervorzuheben: chemische Analyse des Weins auf aromaaktive Substanzen, Analyse auf „Untypische Alterungsnote“ sowie gesundheitsbezogene Inhaltsstoffe (z. B. Resveratrol); Untersuchung auf biogene Amine (zB. Ochratoxin). In der Weinbewertung sind es quantitative Sensorik und deskriptive kommissionelle Weinprüfung. Projektrelevante Kompetenzen im Bereich Weinbau sind weiters mikrobiologische Untersuchung der Reben auf die Pathogene Agrobacterium vitis und Stolbur, sowie auf diverse rebschädigende Viren.

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Externe Experten

Experten der Weinbauschule Eisenstadt werden Mikrovinifikationen von Ernteproben aus den Begrünungsvarianten zu möglichen Auswirkungen der Begrünung auf die Weinqualität als externe Dienstleistung durchführen.

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Versuchsbetriebe

Interessierte, innovative Weinbaubetriebe aus den Projektregionen stellen Weingärten für Begrünungsversuche zur Verfügung, bringen ihre Erfahrungen in das Projekt ein und nehmen an den Ausbildungskursen teil. Die Weinbauschulen Krems, Hollabrunn, Mistelbach und Retz nehmen an einem 2010 angelegten Ringversuch teil, in dem das von der Bio Forschung Austria entwickelte Konzept des „dynamischen Begrünungsmanagaments“ erprobt wird.

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Ausgangslage

Weinbau findet meistens in Gebieten statt, die aufgrund ihres begünstigten trockenwarmen Klimas, der hügelig-hängigen Landschaftsstruktur (zB. submediterrane Steppenhänge) sowie der Grenzertragsböden ein hohes Naturschutzpotential an seltenen und bemerkenswerten Pflanzen- und Tierarten haben. Durch Einsatz intensiver Weinbaumethoden (intensive Bodenbearbeitung, fehlende oder artenarme Begrünungen, Herbizid-, Fungizid-, und Insektizideinsätze) bleibt oft nur eine geringwertige Biodiversität erhalten. Nitrate aus der mineralischen Stickstoffdüngung können ins Grundwasser gelangen und damit auch die umliegende Ökosysteme gefährden, so dass der Weinbau in Konflikte mit Umwelt- und Naturschutz geraten kann. Diese Konflikte können nur durch eine Bewusstseinsbildung für die Multifunktionalität der Weinbaulandschaft und eine praktische Umsetzung ökologisch verträglicher, nachhaltiger Weinbaumethoden entschärft werden.

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Projektziele

Generelles Ziel des Projekts ist es, ein Bewusstsein für die Multifunktionalität der Weinbaulandschaft aufzubauen und eine Synthese zwischen Produktion und Naturschutz zu ermöglichen.

Die Projektziele im einzelnen sind:

1) Erprobung von alternativen biologischen Methoden zum Ersatz von Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden (zB. Verwirrmethoden gegen Traubenwickler, Konditionierungsmittel aus Pflanzenextrakten gegen Pflanzenkrankheiten) und begleitende Forschung dazu.

2) Wiederherstellung und Förderung der Artenvielfalt in den Weingärten durch standortgerechte, artenreiche Begrünungen, die einerseits Wirtspflanzen für Nützlinge und geschützte Insektenarten (z.B. orangeroter Heufalter und Osterluzeifalter) bieten, andererseits aber Wirtspflanzen und Vektoren (zB. Zikaden) von potentiellen Krankheitserregern (zB. Stolbur phytoplasma) unterdrücken. Leguminosen in den Begrünungen tragen zur Stickstoffversorgung der Weinreben bei. Mit dem Begrünungsmanagement kann das Wachstum der Reben beeinflusst werden.

3) Entwicklung und Erprobung von Konzepten für das naturschutzgerechte Management von Weingartenrändern und Weingartenbrachen. Dadurch werden ungünstige Auswirkungen auf angrenzende wertvolle Lebensräume (Trockenrasen, Hecken) verhindert.

4) Entwicklung und Erprobung einer praktischen Ausbildung für Natur- und Umweltschutz im Weinbau. Themen sind Bodenpflege und Bodenfruchtbarkeit, Nährstoffmanagement, Begrünungen, alternativer Pflanzenschutz, Nützlingsförderung und Naturschutz. Untersuchungsergebnisse und Praxiserfahrungen aus dem Projekt fließen in die Ausbildung ein.

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Zielgruppen

Die Zielgruppen des Projektes sind:

1) WeinhauerInnen, Winzergenossenschaften, Ausbildungs- und Forschungsstellen für Weinbau, BeraterInnen: durch die Bewusstseinsbildung im Bereich Natur und Umwelt soll erzielt werden, dass die WeinhauerInnen die Kulturlandschaft nicht nur umweltbewusster bewirtschaften, sondern auch eine Multiplikatorrolle gegenüber den KonsumentInnen erfüllen.

2) Naturschutzorganisationen und Umwelt-Gemeinderäte: im Vordergrund steht ein nachhaltiger umweltschonender Weinbau mit Wiederherstellung und Erhaltung der Biodiversität.

3) StudentInnen, LehrerInnen, Volkshochschulen: Verbreitung der Kenntnisse über die Grundlagen eines multifunktionellen und ökologischen Weinbaus.

4) Tourismusverbände (Öko-, Dorftourismus), KosumentInnen, möglichst breite Bevölkerungsschichten der Projektregionen: Öffentlichkeitsarbeit und Seminare in den Regionen tragen zur Stärkung der Bedeutung eines grenzüberschreitenden und umweltschonenden Weinbaus in der Landeskultur bei.

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Projektregionen

Die Projektregionen in Österreich sind Nord-, Mittel- und Südburgenland, Wiener Umland/Südteil und Wien. Die Projektregionen in Ungarn sind die Komitate Györ-Sopron-Moson, Vas und Zala.

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Projektlaufzeit

24.3.2009 - 31.12.2013

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Finanzierung

Das Projekt ECOWIN AT-HU wird im „ Programm zur grenzüberschreitenden Kooperation Österreich-Ungarn“ im Rahmen der „Europäischen Territorialen Zusammenarbeit ETZ AT-HU 2007-2013 (www.at-hu.net)“ durchgeführt, kofinanziert durch die „Europäische Union“ aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“. Die nationale Kofinanzierung in Österreich erfolgt durch die  Regionalmanagement Burgenland GmbH (www.rmb.co.at).

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