Wassersparender Gemüseanbau mit Hilfe von Hecken im Biotopverbund
Projektlaufzeit: 1.12.2023 – 28.2.2026
Biodiversität – Biotopverbund
Neben der Strukturarmut in vielen Agrarlandschaften und dem Pestizideinsatz ist die Verinselung von Lebensräumen ein wesentlicher Grund für den Verlust an Biodiversität. Die Zerschneidung der Landschaft und die Verarmung an strukturellen Elementen erschweren Wanderungs-, Ausbreitungs- und Ausgleichsbewegungen von Tieren und Pflanzen. Räumlich isolierte Bestände einer Art sind besonders empfindlich gegenüber Verlusten durch Krankheiten oder Wetterextreme. Hinzu kommt die Gefahr von Inzucht und genetischer Verarmung. Stirbt eine Art lokal aus, kann der Lebensraum häufig nicht wiederbesiedelt werden.
Ein Verbundsystem von Hecken kann die Bewegung von Organismen zwischen ansonsten isolierten Lebensräumen ermöglichen und so helfen, die Artenvielfalt zu erhalten. Das Ziel der nationalen Biodiversitätsstrategie 2020+ ist es, einen quantitativ ausreichenden, funktionsfähigen Biotopverbund einzurichten. Dazu sollen auch freiwillige Maßnahmen zur Schaffung eines Biotopverbundes unterstützt und forciert werden. Mehrnutzungshecken bzw. Mehrnutzenhecken, die nun auch im ÖPUL gefördert werden, können diese Funktion ideal erfüllen.
Ziel des ersten Projektteils ist es, den Nutzen von Mehrnutzungshecken für die Biodiversität anhand eines Monitorings der Artenvielfalt und Individuenzahl ausgewählter Indikatorgruppen wie Wildbienen, Tagschmetterlinge und Vögel zu dokumentieren.
CO2-Gehalt in der bodennahen Luft
Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft, und besonders den Feld- und Feingemüseanbau vor große Herausforderungen. Gemüse weist typischerweise in relativ kurzer Vegetationszeit eine hohe Massezunahme auf und benötigt dafür eine gute Wasserversorgung. Beregnung ist jedoch in vielen Gebieten Niederösterreichs nicht möglich.
Hecken vermindern die Windgeschwindigkeit in der Landschaft und schützen damit die angrenzenden Ackerflächen vor Winderosion und Austrocknung. Durch die Verringerung der Windgeschwindigkeit nehmen die unproduktive Verdunstung des Bodens und der Wasserverlust der Pflanzen durch Transpiration ab und es erhöht sich die Bodenfeuchte.
Ein weiterer, bis jetzt wenig beachteter Effekt von Hecken bzw. der reduzierten Luftbewegung im von Hecken geschützten Bereich ist eine mögliche Erhöhung des CO2-Gehaltes der Luft im Bereich der Kulturpflanzen. Durch die Bodenatmung gibt der Boden an der Bodenoberfläche laufend CO2 ab und reichert damit die bodennahe Luft an. Durch die normale Luftbewegung kommt es rasch zu einer Verwirbelung der Luftschichten und der CO2-Gehalt der bodennahen Luftschichten gleicht sich an die Umgebungsluft mit ihrem aktuellen CO2-Gehalt von rund 400 ppm an. Im Falle einer reduzierten Luftbewegung erfolgt dieser Austausch verzögert und das durch die Bodenatmung freigesetzte CO2 bleibt länger für die Kulturpflanzen verfügbar.
Aus dem Gewächshaus-Gemüsebau ist der Effekt der CO2-Düngung wohlbekannt. Vor allem die Entwicklung von Gemüsepflanzen lässt sich mit höheren Konzentrationen von CO2, üblich sind zwischen 600 und 1200 ppm, deutlich steigern. In welchem Maße dieser Effekt im Freiland durch Hecken erzielbar ist, ist bislang nicht beleuchtet worden, obwohl dies ein weiteres schlagkräftiges Argument für die Anlage von Hecken darstellen würde.
Daher war es das Ziel des zweiten Projektteils, zu prüfen, ob Hecken den CO2-Gehalt der Luft ausreichend erhöhen können, um agronomische Vorteile erzielen zu können und welchen Einfluss dabei andere Parameter wie Bodentemperatur und -feuchtigkeit haben.
Downloads:
Gemüseanbau Hecken Biotopverbund Endbericht
Das Projekt „Wassersparender Gemüseanbau mit Hilfe von Hecken im Biotopverbund“ wird gefördert vom Niederösterreichischen Landschaftsfonds.
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