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Kreisläufe schließen

Verwertung durch Rückfuhr, Transfer oder Nutzung von organischen Nebenprodukten am landwirtschaftlichen Betrieb

Projektumsetzung: 1.5.2019 - 30.4.2022

Kurzbeschreibung

Durch die zunehmende Spezialisierung der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich weisen immer weniger Betriebe einigermaßen geschlossene Nährstoffkreisläufe auf. Viele Landwirtinnen und Landwirte wollen dies ändern, jedoch stellen sich ihnen problematische Fragen, beispielsweise hinsichtlich der Fairness bei Kleegras-Mist-Kooperationen oder der Nutzung von ungenutztem Luzerne- oder Grünland-Aufwuchs. Doch auch die Kompostierung oder Konservierung von ungenutzten Reststoffen, Möglichkeiten zur Nutzung der Biomasse von Naturschutzflächen und der Einsatz von Gärresten und Tonerden zur Nährstoff- und Humuseffizienz sind herausfordernd. Die ARGE Kreisläufe entwickelt und testet deshalb praktische Maßnahmen, welche durch eine bessere Nutzung von Reststoffen aus der Landwirtschaft betriebliche Stoffkreisläufe schließen und die Nährstoff- und Humuseffizienz verbessern können. Die entwickelten Maßnahmen sollen über landwirtschaftliche Fachschulen und Beratungen verbreitet werden.

Ausgangssituation

[caption id="attachment_62811" align="alignright" width="300"] Rinder als wichtiger Teil der Kreislaufwirtschaft © Bio Forschung Austria[/caption]

Durch die weitgehende Aufgabe der Nutztierhaltung in Ost-Österreich und der aktuell zunehmenden Spezialisierung der landwirtschaftlichen Betriebe weisen nur mehr wenige Betriebe einen einigermaßen geschlossenen Betriebskreislauf auf. Dies führt dazu, dass die meisten Betriebe auf externe Inputs angewiesen sind, durch deren steigende Preise die Kostenschere immer weiter aufgeht. Geschlossene Nähr- und Kohlenstoffkreisläufe könnten dem entgegenwirken, jedoch stellen diese die landwirtschaftlichen Betriebe vor neue Herausforderungen. Probleme ergeben sich beispielsweise in Bezug auf die Fairness von Kooperationen, die Nutzung von aktuell ungenutztem Luzerne- und Grünland-Aufwuchs, dem Konservieren und Einsatz von ungenutzten Reststoffen, der Verwendung von nicht nutzbarer Biomasse von Naturschutzflächen für Futterzwecke und der Nutzung von Gärresten, Digestat und Tonerden für eine möglichst hohe Humuswirkung. Diese Fragen beschäftigen viele landwirtschaftliche Betriebe brennend, doch auch in den UN-Nachhaltigkeitszielen (2016), dem Circular Economy Package der EU (2015) und dem Österreichischen Regierungsprogramm (2017) wird die Relevanz von geschlossenen Kreisläufen hervorgehoben.

Ziele und Zielgruppen

Hauptziel des österreichweit geplanten Projektes ist das Schließen von betrieblichen Stoffkreisläufen und die Verbesserung der Nährstoff- und Humuseffizienz. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Entwicklung und Testung von praktischen Maßnahmen mit den folgenden Schwerpunkten:

[caption id="attachment_62821" align="alignright" width="300"] Methodiktag  © Bio Forschung Austria[/caption]

  • Kleegras-Mist-Kooperationen zwischen Betrieben, z.B. Ackerbaubetrieben und viehhaltenden Betrieben
  • Biomasse-Transfer innerhalb eines Betriebes
  • Kompostierung ungenutzter Reststoffe und anschließende Nutzung
  • innovative Methoden bei der Nutzung von Gärrest, Digestat, Tonerden und von Biomasse von Naturschutzflächen

Zielgruppe des Projektes sind die landwirtschaftlichen Betriebe sowie landwirtschaftliche Beraterinnen und Berater und Schülerinnen und Schüler der landwirtschaftlichen Fachschulen, also die nächste Generation von praktizierenden Landwirtinnen und Landwirten.

Projektgebiet

Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Wien

Wesentliche Maßnahmen

Wesentliche Projektschritte sind:

[caption id="attachment_62766" align="alignright" width="300"] Betrieb Johannes Bergsmann, Kompostmieten aus Kleegras und Kräuterernteabfällen mit Kohlebeigaben im Versuch © Bio Forschung Austria[/caption]

  1. Erfassung verschiedener Nährstoffbilanzen (bspw. mengen- und nährstoff- und kohlenstoffgehaltsmäßige)
  2. Datenaufbereitung und Auswertung der Felderhebungen und Labordaten
  3. Berechnung von Nährstoffbilanzen und Nährstoffeffizienz für die untersuchten Maßnahmen zum Schließen von betrieblichen Kreisläufen
  4. Durchführung von Versuchen zur Optimierung der Kreislaufwirtschaft auf den Partner-Betrieben
  5. Auswertung der Versuche, Interpretation und Ableiten von Änderungen bei der Vorgehensweise
  6. Berechnung von Humusbilanzen der Betriebe bzw. der untersuchten Maßnahmen und Vergleich der Ergebnisse der Laboranalysen und der Bilanzierung mit den aus der Literatur recherchierten Zahlen bzw. Faustzahlen
  7. Bewertung der getesteten Maßnahmen zur Nutzung von Reststoffen und zum Schließen von betrieblichen und regionalen Kreisläufen gemeinsam mit den PartnerInnen
  8. Entwicklung von Bilanzen, Tests, Maßnahmenkatalogen und Entscheidungsbäumen, die eine Übertragung der Ergebnisse auf andere Betriebe ermöglichen
  9. Erarbeitung einer Broschüre zu Projektergebnissen und Maßnahmen

Ergebnisse und Wirkung

In dem Projekt werden standortangepasste Maßnahmen zum Schließen der innerbetrieblichen, zwischenbetrieblichen und regionalen Nährstoff- und Kohlenstoffkreisläufe landwirtschaftlicher Betriebe, die zur Verbesserung der Nährstoffnutzung beitragen, entwickelt. Des Weiteren werden konkrete und realistische Daten zu Nährstoffströmen erhoben, die bei Kleegras-Mist-Kooperationen auftreten. Aus diesen Daten lassen sich wichtige Erkenntnisse für ähnliche Kooperationen ableiten. So lässt sich durch das Projekt gewährleisten, dass zum einen in zukünftigen Kooperationen faire Tauschverhältnisse bestehen und dass zum anderen innerbetriebliche Nährstoff- und Kohlenstoffströme optimiert werden können. Durch die zu entwickelnden Maßnahmenkataloge und Entscheidungsbäume können andere Betriebe diese Methoden leichter umsetzen. Zudem wird das Wissen durch die landwirtschaftlichen Fachschulen verbreitet und neue Unterrichtsmaterialen zum Thema können entwickelt werden. Langfristig wird es somit vielen Betrieben erleichtert Kreisläufe zu schließen, Kosten einzusparen und die natürliche Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu steigern.

Zusammenarbeit zwischen

  • 7 landwirtschaftlichen Betrieben
  • 3 landwirtschaftlichen Beratern
  • 2 wissenschaftlichen Instituten
  • 1 regionalen Energieerzeuger
  • Unterstützt von zahlreichen Strategischen Partnern, wie Landwirtschaftlichen Fachschulen, landwirtschaftlichen Beratungsstellen und NGOs, sowie weiteren Landwirten und wissenschaftlichen Instituten

Projektpartner

Strategische Partner

NÖ Agrarbezirksbehörde
Landwirtschaftskammer Steiermark
Bezirksbauernkammer Korneuburg
Bio Austria Bundesverband
Bio Austria Burgenland
Landwirtschaftliche Fachschule Grottenhof
Landwirtschaftliche Fachschule Edelhof
Landwirtschaftliche Fachschule Goldbrunnhofbanner-eip-ec-horizontal_en
HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Biohof Weißhäupel
DI Hermann Pennwieser

Subauftragnehmer

Bundesforschungszentrum für Wald

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