Begrünungsmanagement in der Bio-Apfelproduktion
Erhöhung der Vitalität und Ertragsstabilität von Bio-Apfelanlagen
Projektumsetzung: 1.1.2026 – 31.12.2028
Projekt-Zusammenfassung
Bioobstanlagen sind im Vergleich zu konventionellen Obstanlagen nicht so ertragsstabil und in vielen Fällen nicht so vital wie konventionelle Anlagen. Die aufgrund des fortschreitenden Klimawandels immer häufiger auftretenden Wetterextreme verschärfen die Problematik zusätzlich. Ziel des Projekts ist es, die Nährstoffversorgung der Bäume und damit ihre Vitalität zu verbessern. Dies soll durch die Einsaat von tiefwurzelnden Begrünungen gewährleistet werden, die Nährstoffe im Unterboden aufschließen können, und so zu einer besseren Versorgung der Bäume führen sollen.
Ausgangssituation
Äpfel sind das beliebteste heimische Obst und gemeinsam mit Birnen und Quitten das österreichische Hauptexportobst. Der Bio-Anteil an den Apfel-Erwerbsobstanlagen liegt bei rund 27 %. In diesem Projekt werden neue Maßnahmen zur Erhöhung der Vitalität und der Ertragsstabilität von Bio-Apfelkulturen getestet. Die Vitalität von Bio-Apfelkulturen und damit einhergehend stabile Erträge sind, unter anderen Faktoren, von der Nährstoffversorgung der Bäume und der Nährstoffdynamik des Bodens abhängig. Die Größe des Wurzelsystems einer Pflanze bestimmt, welche Nährstoffe und wie gut sie Wasser im Boden erreichen kann. Apfelbäume auf schwach wachsenden Unterlagen, wie sie im Erwerbsobstbau üblich sind, haben ein wesentlich kleineres Wurzelsystem als etwa Hochstammbäume auf Sämlingsunterlage. Im Projekt sollen deshalb spezielle tiefwurzelnde Begrünungen als biologisches Werkzeug für die Bodenlockerung, zum Aufschließen und der langfristigen Aufwertung des Unterbodens und zur Verbesserung der Nährstoffdynamik getestet werden.
Projektumsetzung
Projektumsetzung
Bei der Wahl des Begrünungsmanagements wurden, neben dem Kriterium tiefwurzelnde Begrünungspflanzen, drei weitere Kriterien definiert:
1. Pflanzen sollen der Familie der Leguminosen angehören. Diese können eine Symbiose mit Bakterien eingehen, die Stickstoff fixieren können.
2. Es soll Indizien geben, dass die Begrünungspflanzen unattraktiv für Wühlmäuse sind. Wühlmäuse können durch den Fraß an den Baumwurzeln große Schäden verursachen und sollen durch die Begrünung nicht gefördert werden.
3. Sicherstellung der Befahrbarkeit der Anlagen.
Mit diesem Hintergrund wurden vier Versuche auf drei Praxisbetrieben angelegt, bei denen die tiefwurzelnden Leguminosen Kronwicke und gelber Steinklee als Begrünung eingesät wurden. Die Einsaat erfolgte nicht ganzflächig, sondern entweder im Traufenbereich direkt neben der Baumreihe oder in der Fahrgasse zwischen der Fahrspur. Die Befahrbarkeit der Fahrspur soll mit kurzgehaltenen Gräsern sichergestellt werden. Die Wirksamkeit der Maßnahme wird über die Projektdauer hinweg auf mehreren Ebenen überprüft. Im Boden werden Bodenwasser und pflanzenverfügbarer Stickstoff erhoben, wie auch die Aktivität von Wühlmäusen erfasst. Auf Ebene der Begrünungspflanzen werden ihre Etablierung und das Kohlenstoff – Stickstoffverhältnis der Pflanzenteile gemessen. An den Apfelbäumen werden Blühstärke, Nährstoffversorgung, Zuwachs und Ertrag aufgezeichnet.
Projektpartner
Ing. Anna-Maria Prem
Sabine & Wolfgang Schreiner GesbR
DI Hansjörg Loder
OPST Obst Partner Steiermark GmbH
Bio Forschung Austria (Lead Partner)
Strategische Partner


